von guenther » 14.03.2010, 13:35
Hallo Stefan R.
Mit einem Newton-Teleskop der Größe, die Du hast, kann man den Orion-Nebel ganz gut beobachten. Man muss dabei unterm klaren Sternenhimmel nur an der richtigen Stelle stehen, fernab von beleuchteten Ortschaften, irgendwo draußen auf dem Acker auf festem und trockenem Untergrund, oder auf einer abgelegenen, stillen Hochfläche in der Eifel.
Ist der Himmel durch künstliche Lichtquellen aufgehellt, gehen die schwächeren Teile des Nebels im Lichtsmog verloren, der Kontrast leidet und man nimmt die Struktur des Nebels kaum wahr. Sind die Bedingungen aber gut, dann wird Dich der Anblick des Nebels in Deinem Teleskop faszinieren. Ich habe das mal mit einem 114/900 von Vixen unterm Eifelhimmel erleben dürfen: Das war schon ein beeindruckend.
Beim Orion-Nebel solltest Du ein Okular mit längerer Brennweite nehmen, dadurch ist das Bildfeld größer und der Nebel ist in seiner ganzen Größe und Gestalt besser zu überblicken. Er ist 14 Billiarden Kilometer entfernt und leuchtet durch das Licht sehr heißer junger Sterne, die in ihm enstanden sind und mit ihrer Strahlung und ihren Sternenwinden ein 200 Billionen Kilometer große Blase in den Staub gebrannt und gepustet haben, der sie umgibt. Diese Blase ist das wesentliche sichtbare Strukturelement in diesem Nebel. Einige dieser Sterne sind 400000 Mal heller als unsere Sonne, so ein Stern setzt in 79 Sekunden so viel Energie frei wie unsere Sonne in einem Jahr. Das intensive Licht wird vom Staub reflektiert, dadurch wird der Nebel sichtbar. Im Staub sind Gase enthalten, die vom UV-Licht der heißen Sterne ionisiert und zum Leuchten angeregt werden. Bei genauem Hinsehen erscheint das Licht des Nebels etwas grünlich, das kommt durch ionisierten Stickstoff und durch ionisierten Sauerstoff zustande. Die Gesamtmasse des Nebels beträgt ca. 2000 Sonnenmassen.
Viele Grüße,
Günther